Bettina Pautz

Freischaffende Künstlerin | Bildhauerin


Über mich

Portrait Bettina Pautz

Bettina Pautz

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» Kunsthalle Düsseldorf 2006: Katalogtext
» Kunibert Bering zu den Arbeiten von Bettina Pautz

Werdegang

1993

allgemeine Hochschulreife an der
Martin-Niemöller-Gesamtschule Bielefeld

1993-1996

Ausbildung zur Steinbildhauerin in der
Steinbildhauerei Vielstädte Gütersloh/Herzebrock

1997-2003

Studium der Bildhauerei / freie Kunst
an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschülerin
von Prof. Irmin Kamp

Februar 2003

Akademiebrief

Umzug nach Berlin

Freie Arbeit im eigenen Atelier in Berlin
Anstellung als Steinbildhauerin

2008-2009

Anstellung als Vertretungslehrerin für Kunst und Musik an der Homer Grundschule und an der Schule am Hohen Feld
Honorarkraft an Grund-und Sekundarschulen, sowie Sonderschulen für Kunstprojekte und Kunst-Arbeitsgemeinschaften

2008-heute

Arbeit als freischaffende Künstlerin

Ausstellungen

1999-2003 jährliche Teilnahme am Rundgang-Kunstakademie
2000-2001 Klasse Kamp in der Handwerkskammer Düsseldorf
2004 Kulturfabrik Krefeld - Silhouetten
2005 Refugien Berlin – Pelze 2005
2005 Einzelausstellung Movement Theater Bielefeld
2006 Kunsthalle Düsseldorf Klasse Kamp Gruppenausst.
2007-2011 Regelmäßige Ausstellungen im eigenen Atelier und im Rahmen der offenen Ateliers

Kunsthalle Düsseldorf 2006
Katalogtext zu Bettina Pautz

Die Analyse von im weitesten Sinne kulturell generierten Phänotypen und ihr Überführen in hochstilisierte Chiffren bilden den Kern der skulpturalen Recherchen von Bettina Pautz.
Die Form einer Blüte gerinnt in der Arbeit "Er liebt mich, er liebt mich nicht" zum plastischen Symbol von universeller Verständlichkeit. An anderer Stelle bearbeitet Pautz Seife, die sie durch die Nutzung als skulpturalen Werkstoff in andere Bedeutngszusammenhänge zu überführen sucht. In der Arbeit "Pelze2005" thematisierte sie unterschiedliche kommerzielle Nutzungsarten von Pelz und machte im Zuge einer artifiziellen Wiederbelebung der tierischen Haut mittels Wärmflasche und Vibratoren auf den natürlichen Ursprung des Luxusgutes aufmerksam.
Bettina Pautz skulpturale Feldforschungen befaßten sich 2003 mit der menschlichen Figur in Form einer lebensgroßen Anziehpuppe, anhand der sich verschiedene weibliche Rollenbilder durchspielen ließen. In diesem Zusammenhang erweiterte Pautz Ihre Arbeit zudem hinein in eher soziologisch geprägte Kontexte.
In der Installation "Schön sein, schön bleiben" untersuchte sie mit dem Weiblichen konnotierte Ideale, die als klischierte Normen und Wertvorstellungen etwa die Gesellschaft der 1950er Jahre prägten. Diese illustrierend druckte Pautz historische Werbe-und Illustrationsfragmente auf Gebrauchsstoffe wie Bettbezüge oder Geschirrtücher. Die aus dem Zusammenhang gelöste soziale Konvention wird in Ihrer Absurdität entlarvt und im veränderten Kontext der Ausstellungssituation vorgeführt. Pautz nutz die spielerisch-ironische Konfrontation mit den Gehalten, die ein Betrachter zunächst als vertraut voraussetzt und in diese Erwartungshaltung einzuordnen sucht, als Momentum ihrer Arbeit.

Magdalena Kröner

Kunibert Bering, Prof.an der Kunstakademie Düsseldorf, zu den Arbeiten von Bettina Pautz

Nach Ihrer Ausbildung zur Steinbildhauerin bleibt Betina Pautz insbesondere der Skulptur verbunden-
Metall, Ton und Kunststoff sind Ihre bevorzugten Werkstoffe.
Polyester ermöglicht nicht nur großformatige Skulpturen, sondern auch deren Vervielfältigung aufgrund der möglichen Negativformen.
Bettina Pautz setzt sich mit der Identität des Menschen auseinander.
Diese Intention verfolgt die Künstlerin, indem sie - vordergründig betrachtet - Mode als Medium einsetzt, dabei jedoch zugleich mit wechselnden Moden auch den damit verbundenen Rollentausch reflektiert.
Dabei haben die Lebensalter des Menschen und vor allem die Kindheit eine besondere Bedeutung:
In mehreren Arbeiten sind z.B.Puppen mit austauschbarer Kleidung oder Spielzeug zu sehen – eingebunden in performative Auftritte der Künstlerin.
Das Spiel mit Oberflächen und ihren Wirkungen ist dabei von ebenso hoher Relevanz wie der wechsel von Größenverhältnissen und Maßstäben, die häufig liebgewordenen Sehgewohnheiten widersprechen.
Zur Frage nach der Identität des Menschen gehört auch die seines Verhältnisses zur Natur, insbesondere zum Tier. 2002 präsentierte Bettina Pautz einen lebensgroßen Wolfshund aus Ton, der vor einem Ventilator sitzt: Rollentausch auch hier und zugleich die Frage des Umgangs mit dem Tier.